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Brancheneinstufung2/SUPEROFFICE_INTEGRATION_PLAN.md
2026-02-09 09:13:36 +00:00

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Technisches Konzept: SuperOffice CRM Integration

Dieses Dokument beschreibt die Integrationsstrategie zwischen SuperOffice CRM (führendes System für Stammdaten) und dem Company Explorer (KI-gestützte Anreicherungs-Engine).

Zielsetzung

Automatisierte Anreicherung von B2B-Firmendaten im CRM mit KI-generierten Insights (z.B. Robotik-Affinität, Branchen-Einstufung), ohne die Hoheit über die Stammdaten zu gefährden.


1. Architektur: Der "SuperOffice Connector"

Wir implementieren einen dedizierten Microservice (connector-superoffice), der als Brücke fungiert.

graph LR
    subgraph CRM ["SuperOffice CRM (Cloud/On-Prem)"]
        SO_DB[("Stammdaten<br/>(Contact)")]
        SO_UDF[("KI-Felder<br/>(UDFs)")]
    end

    subgraph Middleware ["Integration Layer (Docker)"]
        Connector["🔄 SuperOffice Connector<br/>(Python Service)"]
    end

    subgraph Intelligence ["GTM Engine"]
        CE_API["⚡ Company Explorer API"]
        CE_DB[("Enrichment DB")]
    end

    %% Data Flow
    SO_DB -->|"1. Pull (Delta/Initial)"| Connector
    Connector -->|"2. Push (Import)"| CE_API
    CE_API -.->|"3. Enrichment Process"| CE_DB
    CE_DB -->|"4. Result"| CE_API
    Connector -->|"5. Poll Results"| CE_API
    Connector -->|"6. Write-Back (Update UDFs)"| SO_UDF

    %% Styling
    style CRM fill:#e8f5e9,stroke:#2e7d32,stroke-width:2px
    style Middleware fill:#e3f2fd,stroke:#1565c0,stroke-width:2px
    style Intelligence fill:#fff3e0,stroke:#ef6c00,stroke-width:2px

2. Datenmodell & Erweiterung

Um die CRM-Daten sauber zu halten, schreiben wir niemals in Standardfelder (wie Name, Department), sondern ausschließlich in dedizierte, benutzerdefinierte Felder (User Defined Fields - UDFs).

Benötigte Felder in SuperOffice (Anforderung an IT/Admin)

Folgende Felder sollten am Objekt Company (bzw. Contact in SuperOffice-Terminologie) angelegt werden:

Feldname (Label) Typ Zweck
AI Robotics Potential List/Select High / Medium / Low / None
AI Industry Text (Short) KI-ermittelte Branche (z.B. "Logistik - Intralogistik")
AI Summary Text (Long/Memo) Kurze Zusammenfassung der Analyse
AI Last Update Date Zeitstempel der letzten Anreicherung
AI Status List/Select Pending / Enriched / Error

Benötigtes Feld im Company Explorer

Feldname Typ Zweck
external_crm_id String/Int Speichert die ContactId aus SuperOffice zur eindeutigen Zuordnung (Primary Key Mapping).

3. Phasenplan

Phase 1: Initial Load (Snapshot)

Ziel: Bestandskunden und aktive Leads einmalig bewerten.

  1. Filter: Der Connector lädt alle Firmen mit Status "Kunde" oder "Prospect".
  2. Import: Daten werden via POST /api/companies/bulk an den Explorer gesendet. Die ContactId wird mitgegeben.
  3. Verarbeitung: Der Explorer arbeitet die Queue ab (Web-Scraping -> Klassifizierung).

Phase 2: Write-Back (Ergebnisse speichern)

Ziel: Ergebnisse im CRM sichtbar machen.

  1. Der Connector prüft regelmäßig (GET /api/companies?status=ENRICHED) auf fertige Analysen.
  2. Für jeden Treffer sendet er ein Update an die SuperOffice API (PUT /Contact/{id}).
  3. Es werden nur die oben definierten UDFs aktualisiert.

Phase 3: Continuous Sync (Polling)

Ziel: Neue Firmen automatisch verarbeiten.

  1. Zyklus: Alle 60 Minuten.
  2. Logik: "Gib mir alle Firmen, die seit LAST_RUN erstellt oder geändert wurden."
  3. Aktion: Neue Firmen werden automatisch zur Analyse geschickt.
  4. Vorteil: Keine komplexe Firewall-Konfiguration für eingehende Webhooks nötig (Outbound-Only Traffic).

4. Sicherheit & Authentifizierung

  • Authentifizierung: Nutzung eines System User Tokens (Machine-to-Machine). Dies verhindert, dass Passwörter von persönlichen Accounts im Code hinterlegt werden müssen.
  • Scope: Der API-User benötigt Lesezugriff auf Contact und Schreibzugriff auf die UDFs.
  • Datenschutz: Es werden nur Firmendaten (Name, Webseite, Stadt) übertragen. Personenbezogene Ansprechpartner bleiben im CRM und werden nicht an die KI gesendet.

4.1. POC Erkenntnisse & Manueller Setup-Prozess (Feb 2026)

Während des initialen Proof of Concepts (POC) wurde der Authentifizierungs-Flow für die SOD-Umgebung (SuperOffice Development) erfolgreich etabliert. Dabei wurden folgende wichtige Erkenntnisse gewonnen:

Problemstellung: Ein direkter "Client Credentials Flow" (rein maschinell) ist mit dem Anwendungstyp "empty" nicht möglich. Stattdessen ist ein einmaliger, interaktiver Schritt notwendig, um einen langlebigen refresh_token zu generieren, der dann für die automatisierte Kommunikation genutzt werden kann.

Durchgeführte Schritte zur Token-Generierung:

  1. App-Konfiguration: Im SuperOffice Developer Portal wurde für die Anwendung "Robo_GTM-Engine" die URL http://localhost als "Allowed redirect URL" hinzugefügt.
  2. Autorisierungs-URL: Ein Benutzer hat die folgende, speziell konstruierte URL im Browser geöffnet, um den Autorisierungsprozess zu starten: https://sod.superoffice.com/login/common/oauth/authorize?client_id=[IHRE_CLIENT_ID]&redirect_uri=http%3A%2F%2Flocalhost&response_type=code
  3. Manuelle Zustimmung: Der Benutzer hat sich in SuperOffice eingeloggt und der Anwendung die angeforderten Berechtigungen erteilt.
  4. Code-Extraktion: Nach der Zustimmung wurde der Browser auf eine localhost-URL umgeleitet. Obwohl die Seite nicht geladen wurde, enthielt die URL den notwendigen authorization_code (z.B. http://localhost/?code=ABC-123...).
  5. Token-Austausch: Mit einem Skript wurde dieser einmalige code an den SuperOffice Token-Endpunkt gesendet. Im Gegenzug wurden ein kurzlebiger access_token und der entscheidende, langlebige refresh_token empfangen.
  6. Sichere Speicherung: Der refresh_token wurde in der .env-Datei des Connectors als SO_REFRESH_TOKEN hinterlegt.

Ergebnis & Aktueller Blocker:

  • Erfolg: Der Authentifizierungs-Handshake ist erfolgreich. Der Connector kann den SO_REFRESH_TOKEN nutzen, um jederzeit vollautomatisch neue, gültige access_token von SuperOffice zu erhalten.
  • Blocker: Trotz gültigem access_token werden alle nachfolgenden API-Aufrufe (z.B. an /api/v1/User/currentPrincipal) von SuperOffice auf die Login-Seite umgeleitet (HTTP 302 Found). Dies ist ein klares Indiz dafür, dass der Token zwar gültig, aber nicht für den API-Zugriff autorisiert ist.

Empfehlung für die IT:

Die Ursache für die fehlende Autorisierung liegt sehr wahrscheinlich im Anwendungstyp "empty". Um eine echte Server-zu-Server-Integration zu ermöglichen, muss der Anwendungstyp im SuperOffice Developer Portal auf "Server to server" geändert werden. Dies wird voraussichtlich erfordern, dass die Schritte 2-6 erneut durchgeführt werden, um neue Tokens mit den korrekten Berechtigungen zu erhalten.

5. Vorbereitung für die IT

Um den Connector in Betrieb zu nehmen, benötigen wir:

  1. API Zugangsdaten: Client ID, Client Secret, Customer ID (Tenant) und einen System User Token.
  2. UDF Definitionen: Die ProgId (technischen Namen) der neu angelegten Felder (z.B. userdef_id_123).

6. Fragen an Manuel

  1. Die "Lizenz-Gretchenfrage" (Development Tools) Frage: "Manuel, du sagtest, bei Wackler sind die 'Development Tools' aktiv. Weißt du, ob das eine globale Konzern-Lizenz ist oder ob wir für den RoboPlanet-Mandanten eine eigene Subskription brauchen? Mein Dev-Portal blockiert S2S aktuell mit dem Hinweis auf fehlende Lizenzen in Production." Ziel: Klären, ob es nur ein "Klick" im Admin-Panel ist oder ob Webkom (oder ein anderer Partner) eine neue Rechnung schreiben muss.

  2. Der App-Registrierungs-Pfad Frage: "Hast du eure App als 'Custom Application' (privat für Wackler) oder als 'Standard Application' (über einen Partner-Account) registriert? Falls ihr einen Partner-Account nutzt: Könnten wir unsere GTM-Engine darüber mitlaufen lassen, um die Lizenz-Hürde zu umgehen?" Ziel: Prüfen, ob Manuel über ein Partner-Portal arbeitet. Partner-Apps brauchen manchmal keine Dev-Tools beim Kunden, weil der Partner die Validierung übernimmt.

  3. Identifikation des "Gatekeepers" Frage: "Wer hat bei euch den Tenant technisch aufgesetzt? War das die Webkom? Ich muss herausfinden, wer die administrative Hoheit hat, um den 'System User' für S2S freizuschalten." Ziel: Den Namen des Ansprechpartners bei der Webkom oder intern bei Wackler-IT herausfinden.

  4. Authentifizierungs-Deep-Dive (RSA vs. Token) Frage: "Nutzt ihr für eure S2S-App den RSA-Key-Flow (JWT) oder arbeitet ihr mit einem statischen System-User-Token? Ich bereite gerade den RSA-Handshake vor und wollte wissen, was in der SuperOffice Cloud stabiler läuft." Ziel: Fachsimpelei, um Manuel zu zeigen, dass du auf seinem Level spielst. Das öffnet Türen für Code-Sharing oder Tipps.

  5. Das "Y-Tabellen" Problem Frage: "Nutzt ihr für eure Verkaufs-App auch Zusatztabellen (Y-Tabellen) oder schreibt ihr nur in Standardfelder? Ich plane eine Tabelle für dynamische Marketing-Texte (Rolle x Branche) gab es bei euch Probleme mit dem Cache nach Strukturänderungen?" Ziel: Bestätigung einholen, dass Y-Tabellen mit ihrer Lizenz funktionieren. Das ist dein Beweis, dass du die Dev-Tools zwingend brauchst.

  6. Authentifizierung beim S2S Call Wie authentifiziert ihr euch beim S2S-Call? Nutzt ihr den RSA-Flow mit Zertifikaten oder habt ihr einen Partner-Proxy dazwischen?" (Wenn er "Partner-Proxy" sagt, arbeitet er über Webkom-Infrastruktur).

  7. Nutzung System User Wo habt ihr den 'System User' im CRM autorisiert?" (Er soll dir den Pfad in Einstellungen & Verwaltung zeigen).

  8. Header API-Call Könntest du mir den Header eines eurer API-Calls zeigen (natürlich ohne den echten Token)?" (Daran sehen wir sofort, ob sie die v1 REST API oder die alte SOAP-Schnittstelle nutzen).